Benimmregeln historisch
Folge 3
Die Zeiten wandelten sich und mit ihnen auch die Auffassungen über den guten Benimm und den Umgang der Menschen untereinander. Im Jahre 1788 schließlich veröffentlichte Adolph Freiherr von Knigge sein berühmtes Werk, „Über den Umgang mit Menschen“. Dass „der Knigge“ bis heute Synonym für einen Benimmratgeber ist, beruht allerdings auf einer Fehlinterpretation seines Werkes; Der Ursprungs-Knigge war mitnichten ein Benimmbuch, sondern vielmehr ein Leitfaden praktischer Lebensphilosophie. Dass Knigge zum Lehrbuch der feinen Gesellschaft wurde, verdankt er seinem späteren Bearbeiter, dem Berliner Pädagogen Friedrich Philipp Wilmsen, der 20 Jahre nach Knigges Tod dem Werk einen Teil hinzufügte, der dann wirklich Etikette lehrte.
Allerdings hatte Knigge durchaus das Fundament dafür gesetzt: In seinem Buch vermittelte er seine Überzeugung, dass sich für das Verhalten der Menschen zueinander bestimmte Regeln finden lassen müssten, deren Kenntnis das Miteinander vereinfachen helfen könnte. Dabei ist sein Buch bestimmt von den immer wieder auftauchenden Forderungen nach den schon von den mittelalterlichen „Manieren-Dichtern“ eingeforderten Lebensmaximen: Augenmaß, Bescheidenheit und Zurückhaltung in allen Dingen. Knigges praktische Philosophie war bestimmt von seiner Forderung an seine Leser, zwar effektiv, aber moralisch zu handeln.
Herzlichst, Ihr Uwe Fenner
Benimmregeln historisch
Folge 3








