Folge 2
Deutsche galten schon immer als Benimm-Barbaren
Offenbar besteht nicht erst in unserer Zeit Anlass genug dafür. Nein, schon im 16. Jahrhundert jammerte man insbesondere über die Deutschen, die man im Ausland als „porco tedesco“, als deutsches Schwein, verachtete. Das entspricht bekanntermaßen in etwa fast noch der heutigen Einschätzung der hoch kultivierten französischen Aristokratie, die ihre Sitten, insbesondere, was ihre eigene Unterschiedlichkeit gegenüber dem gemeinen Volk betrifft, bis heute auß0erordentlich ernst nehmen und ihren Abstand von denen, denen sie diese Kultur absprechen, sehr deutlich zeigen. Entscheidend beigetragen hat zur Verfeinerung der Sitten, namentlich der französischen das absolutistische Barockimperium des Sonnenkönigs Ludwig XIV. in der zweiten Hälfte des 17. und im frühen 18. Jahrhundert. In der nunmehr festen Residenz mussten unzählige Menschen auf vergleichsweise engem Raum zusammenleben. Das gelang vor allem durch die in diesem Hofstaat fein ausgebildeter Sozialpyramide, in welcher jeder einen bestimmten Rang einnahm und eine bestimmte Funktion ausübte, die seinen „Wert“ bemaß.
Herzlichst, Ihr Uwe Fenner
Benimmregeln historisch
Folge 2








