Nachdem ich trotz meiner Einladung, die mir von einem Freund zugespielt worden war, vorgestern bei Cinema for Peace nicht reingelassen wurde - ja, das gibt’s! - hörte ich abends plötzlich im Radio, dass Effi Briest im Friedrichstadtpalast Filmpremiere hat. Diese Treulosen von Constantin-Film haben mich nicht eingeladen, obwohl das seinerzeit Bestandteil unseres Vertrages war, den ich mit Constantin im November 2007 als „Berater in Sachen Stil und Etikette im Jahre 1880“ abgeschlossen hatte. Naja, das sind eben immer nur freie Mitarbeiter, heute hier, morgen dort. Da staunt man, dass überhaupt so viel Organisation doch letztlich klappt.
Ich bin also sofort zum Friedrichstadtpalast gefahren, aber es gab natürlich keine einzige Karte mehr. Meine (wahre) Story, dass ich dort Berater war, half weder beim VIP-Kartenzelt der Berlinale, noch bei der nämlichen Stelle von Constantin-Film, deren hübsche aber freche Mädchen sich peinlicherweise darauf beriefen, gar nichts zu wissen.
Aber dann holte eine elegante Dame beim Berlinale-Festival-Schalter eine Karte ab, die ihr dort die Regisseurin Hermine Huntgeburth hatte hinterlegen lassen. Dann habe ich dieser reizenden Dame meine Story erzählt, und sie gab mir die Handynummer der Regisseurin. Ich habe sie vergeblich anzurufen versucht und ihr dann eine SMS geschrieben, sie möchte mich doch bitte reinlotsen.
Als sie dann kam - kurz vor der Bundeskanzlerin über den breiten roten Teppich - links und rechts Presseleute, die sie alle interviewen wollten - bemerkte sie mich, der ich, wie die Reporter, ebenfalls hinter dem Absperrgeländer stand, erkannte mich - „Sie sind doch der Herr Fenner!“ - und gab einem Mädchen der Constantin-Entourage die Anweisung, mich reinzuholen.
Der Film war sehr gut, hat mich aber emotional nicht vom Hocker gehauen. Wenn ich nicht das Buch genau gekannt hätte, hätte ich die Story nicht in allen Einzelheiten verstanden. Schön war - das habe ich ja damals schon gesagt - die überall unglaublich üppige Ausstattung,
und die Szenen waren gut eingefangen, teilweise dramatisch schön! Aber ich habe keine Tränen verdrückt, bei diesem Stoff ein schlechtes Zeichen, glaub’ ich. Die Schauspieler waren alle sehr überzeugend.
Im Abspann kamen dann die ganzen Namen, die immer nur diejenigen lesen, die genannt werden. So ging es mir auch:
„Stil- und Etiketteberatung: Abathon Knigge & Karriere GmbH - Uwe Fenner“
Wow! Da wären mir endlich fast die Tränen gekommen!
Nun, da ich ja zwar keine Eintrittskarte, aber das viel wertvollere Constantin-Bändchen am Handgelenk trug, kam ich natürlich auch mit auf die Premieren-Party. Zunächst wusste ich gar nicht, wohin es denn gehen sollte. Und Professor Rohrbach, der Produzent, der plötzlich zufällig neben mir daherlief und den ich fragte, wusste es auch nicht: „Wir gehen einfach mal mit dem Tross . . .“ Bis einer ausrief, „das ist im Grill Royal“, da standen wir auch schon am Treppenabgang zur Spree hinunter, wo sich der Eingang dieses extrem New-Yorkerischen Edelrestaurants befindet.
Dort habe ich sie dann auch (fast) alle wiedergesehen:
Den Produzenten, Günter Rohrbach, dem ich noch artig die Tür offen hielt. Er war zuvor vor dem Publikum mit einem Preis ausgezeichnet worden. Rohrbach steuerte auf Mario Adorf zu
und setzte sich mit diesem und Staatssekretär Naumann zusammen. Ich schritt durch die Menge von gut aussehenden und eleganten meist jüngeren Menschen und traf einen nach dem anderen, die Schauspieler, die ich kannte, also vor allem Julia Jentsch (Effi), Sebastian Koch (Baron Instetten), der mich besonders herzlich begrüßte - „Haben wir uns denn nun richtig benommen, Herr Fenner?“ - und Juliane Köhler (Effis Mutter) und den netten jungen Mirko Lang, der unglaublich gut Effis (geliebten) Vetter Dagobert spielte und der mit einer wahnsinnigen Schönheit von Freundin erschienen war. Außerdem ein paar (vergleichsweise sehr wenige) Gestalten aus dem damals riesigem Drehteam, vor allem den netten Aufnahmeleiter, mit dem ich zum Schluss noch ein Glas Wein an der Bar trank. Nur Thomas Thieme (Vater Briest), ein liebenswerter, knorriger Kauz, den ich bei den Dreharbeiten Schätzen und im Film bewundern gelernt habe, war nicht dabei und auch nicht der junge schicke Schauspieler Ludwig Blochberger, im Film Leutnant Nienkerken.
Im Grill Royal isst man gut, und man sollte dort hingehen, wenn man New Yorker Atmosphäre einatmen will und internationales, vor allem junges Publikum sehen möchte. Als Location für eine Premierenfeier ist das Lokal völlig ungeeignet. Aber es war trotzdem wunderbar. Eigentlich will sich ja zu Beginn solch einer Feier niemand setzen; Alle, die sich kennen, wollen sich doch erst einmal begrüßen und ihre Freunde und Bekannten einander vorstellen. So stand man dort in den engen Gängen zwischen den Tischen und den schweren Stühlen und gepolsterten Bänken. Aber langsam fand dann doch jeder einen Platz, ich saß mit einer witzigen Stern- und einer sehr netten ZDF-Redakteurin zusammen, die meine Tätigkeit als Produzent von Knigge-Seminaren spannend fanden. Es gab Hummerschwänze mit grünem Salat und danach (deutlich nach Mitternacht) noch einen Hauptgang mit Fleisch und Bohnen,
den ich nur von weitem sah; denn das fand statt, als sich mein Tisch längst aufgelöst hatte und ein Großteil der Gesellschaft das Restaurant schon verlassen hatte.
Ich war um halb vier im Bett, und das mitten in der Woche!
Herzlichst, Ihr
Uwe Fenner
ABATHON KNIGGE & KARRIERE GMBH - headhunting & coaching
Joachim Düssel Uwe Fenner Dr. Ronald G. Münzer
Bertinistrasse 15, 14469 Potsdam, Tel. +49 (0) 331 – 243 95 32
Fax +49 (0) 331 – 243 95 33, Mobil +49 (0) 171 – 380 24 21
Email u.fenner@abathon.de - Internet http://www.abathon.de
NEU: die Lifestyle- und Karrierecommunity
von Uwe & Christian Fenner:
http://www.knigge-und-karriere.de - ..upgrade yourself!








