Ein kleiner Beitrag zum Gastgeschenk (23.3.2005)
das man dem Gastgeber / der Gastgeberin beispielsweise zu einer Abendgesellschaft mitbringt.
1. Man bringt immer etwas mit. Es braucht überhaupt nicht teuer gewesen zu sein. Im Gegenteil: die persönlichsten Mitbringsel sind die herzlichsten. Zum Beispiel ein selbsterstelltes Fotoalbum von einem gemeinsamen Ausflug. Oder auch selbstgepflückte Blumen vom Felde mit viel Grün dazwischen oder aus dem eigenen Garten.
2. Überhaupt sind Blumen (immer Schnittblumen, keine Blumentöpfe) das unkomplizierteste Mitbringsel. Wenn es eine Dame des Hauses gibt, überreicht man dieselben dieser, nachdem man das Einwickelpapier vorher abgenommen hat. In Zellophan eingepackte Blumensträuße kann man auch mit dieser Umhüllung überreichen, aber das sollte man nur bei Veranstaltungen tun, die öffentlich bzw. im Hotel, also nicht privat im Hause der Gastgeber stattfinden. Dann dient die Verpackung ja dazu, dass der Beschenkte die Blumen leicht mit nach Hause nehmen kann. Da die Verpackung aber durchsichtig ist, kann sich der Beschenkte schon bei der Übergabe an dem schönen Blumenstrauß erfreuen.
3. Übrigens ist die Auffassung, dass man Gastgeschenke nicht mitbringt, sondern erst ein/zwei Tage nach der Einladung mit einem Bedankemich-Brief nachschickt, nur eingeschränkt zutreffend. Vielmehr ist die vornehmste Art der Überbringung - jedenfalls wenn man die Gastgeber mit Blumen erfreuen möchte - dieselben einen halben Tag früher mit einem kleinen Kartengruß an den/die Gastgeber zu schicken. Dann hat (meist die Dame des Hauses) der Empfänger Zeit, die Blumen für den Festabend herzurichten und als Zimmerschmuck für den Festabend zu nutzen.
4. Man kann aber getrost auch den Blumenstrauß mitbringen und überreichen. Nur wenn man beides nicht gemacht hat, nicht vorab geschickt und nicht mitgebracht hat, sollte man es zwei oder drei Tage später mit einem Bedankemich-Brief tun.
5. Hat man rechtzeitig vorher Blumen geschickt oder zum Abend mitgebracht, ist der Dankesbrief oder ggf. auch die Dankes-E-Mail oder der Dankes-Anruf (ohne Blumen) dennoch eine noble Geste, über die sich jeder Gastgeber, der sich Mühe gegeben hat, freut.
Herzlichst Ihr Uwe Fenner.








