Headhunting mit Stil

November 17, 2005

Das Headhunting - auch Executive Search oder schlicht Personalberatung genannt - ist ein diskretes Geschäft. Ich bin seit 23 Jahren Headhunter.

Angefangen habe ich damit, als ich noch in Dortmund ein Büro für Unternehmensberatung unterhielt. Damals fragte mich der Geschäftsführer eines mittelständischen Healthcare-Unternehmens, ob ich für seine Firma einen dritten Geschäftsführer suchen könnte. Er wollte mich beauftragen, weil er wusste, dass ich nicht nur auf die „hard facts“, sondern auch auf die „soft skills“ achten würde. Der neue Geschäftsführer müsse zu ihm und seinem für die Produktion zuständigen Geschäftsführer-Kollegen passen. Er wolle einen neuen Kollegen haben, der in Stil und Kultur ebenfalls ein bisschen konservativ eingestellt sei, der für sich und seine zukünftigen Mitarbeiter eher die Pflichten sehe und beachte, bevor er an seine Rechte denke.

Er zitierte die Herder’sche Weisheit:

„Wer seinen Pflichten entsagt, verliert seine Rechte, die der Pflicht ankleben.“

Er suche einen, der mit dem überlieferten abendländischen Wertebewusstsein konform gehe, der Geschmack habe und exzellente Manieren besitze. Das war 1982, und damit begann ich meinen Beruf als Headhunter.

Inzwischen habe ich als Personalberater zum Teil selber, zum Teil durch einen meiner Partner in über 2.000 Vakanzen, überwiegend Führungspositionen der ersten drei Unternehmensebenen, durch meine Personalvorschläge bei der Neubesetzung beratend mitgewirkt. In vielen Fällen hat sich das von mir beratene Unternehmen bei der Suche und Auswahl der Führungskräfte meinen Favoriten-Vorschlägen angeschlossen.

Meine Vorschläge berücksichtigen nicht nur die Frage der fachlichen Eignung und die der Führungsfähigkeit (hard facts), sondern stets auch die Frage der Kultur, des Stils und der Beherrschung der Etikette der Kandidaten, also der „weichen Faktoren“ oder „soft skills“.

Stil war den meisten Unternehmen früher nicht so wichtig. Heute merken vor allem echte Unternehmerpersönlichkeiten, also in erster Linie Eigentümer-Unternehmer mehr und mehr, wie wichtig gerade diese Komponente für Führungskräfte ist. Deshalb habe ich das Institut für Stil und Etikette Hildegard von Heyne gegründet. Nunmehr biete ich den Unternehmen die Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften mit dem „Zusatz-Zertifikat“, dass sie auch die moralische Eignung und die Sicherheit in Stil- und Etikettefragen besitzen. Und wenn die bevorzugten Kandidaten auf diesem Feld noch Mängel haben, dann coache ich sie entsprechend.

Herzlichst, Ihr Uwe Fenner
www.fenner.de