Hallo Herr Fenner,

mit großem Interesse verfolgte ich Ihre bisherigen Veröffentlichungen zum Thema “richtig bewerben”. Leider helfen mir diese bezügl. meiner aktuellen Fragestellung nicht weiter.

Als Student der Wirtschaftspsychologie bewarb ich mich bei KPMG um eine Stelle als Werkstudent in der Personalabteilung und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Dieses findet am kommenden Montag statt.

Mit direktem Kontakt zu Mandanten rechne ich entsprechend der ausgeschriebenen Stelle im HR Bereich nicht.

Würden Sie mir bei der Wahl meiner Kleidung zum klassischen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte oder der besonders in Korporationskreisen sehr beliebten Kombination aus heller Hose, blauem Hemd und Sakko raten?

Für eine kurze Antwort samt Ratschlag wäre ich Ihnen sehr verbunden.

Freundliche Grüße

B. H.

 

Meine Antwort

 

Lieber B. H.,

 

never overdo! Kein schwarzer Anzug, wenn Sie sich als Werkstudent bewerben! Kombination ist richtig. Eher ohne Schlips. Sakko und dunkle, gut sitzende Jeans sind auch richtig. Sie bewerben sich als Werk s t u d e n t !

 

Herzliche Grüße und viel Erfolg!

 

Ihr Uwe Fenner.

 

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Smoking und Brautkleidfarbe

Februar 10, 2010

Sehr geehrter Herr Fenner,

vielen Dank für die sehr informativen Hinweise und Stilberatungen auf Ihrer Webseite. Da ich in Kürze heiraten werde und mir noch nicht sicher in Bezug auf die Herrenkleidung bin - in spezialisierten Geschäften wird hierzulande leider auch mehr schlecht denn recht beraten - an Sie folgende Frage:

Meine zukünftige Gemahlin wird ein Ivory-farbenes Kleid zur Hochzeit tragen. Für das abendliche Dinner wollte ich im Smoking erscheinen; nun stellt sich allerdings die Frage, wie dies stilecht zu bewerkstelligen ist. Vom Herrenausstatter wurde empfohlen, statt des weißen ein leicht cremefarbenes Hemd zu tragen, oder Fliege und Cummerbund in der Farbe des Kleides zu wählen. Ist denn ein Smoking mit elfenbeinfarbenem Hemd noch akzeptabel? Die Lösung mit cremefarbener Fliege sieht mir denn doch zu sehr nach Kellner aus…

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen,

R. S.

Meine Antwort

Sehr geehrter Herr Dr. S.,

machen Sie keine Experimente mit dem Smoking!

Einzig die Braut trägt auf ihrer eigenen Hochzeit ein Kleid, das anders ist als ihre sonstige festliche Abend- und/oder Morgengarderobe. Alle anderen, auch der Bräutigam, sind so angezogen, wie man sich in seinem jeweiligen Gesellschaftskreis zu festlichen Morgen- und/oder Abendanlässen anzuziehen pflegt.

Das bedeutet, Sie tragen abends einen schwarzen Smoking mit weißem Hemd, schwarzer Fliege, schwarzer Weste oder schwarzem Kummerbund (beides am festlichsten aus derselben schwarzen Seide, wie die Revers des Smokingjacketts), weißes Einstecktuch, schwarze (am vornehmsten: Seiden-) Strümpfe (knielang) und schwarze Lackschuhe.

Das Hemd ans Brautkleid anzupassen, ist eher spießig. Ebenso - by the way -, die eigene Ehefrau, auch die zukünftige, als “Gemahlin” zu bezeichnen. Es ist Ihre zukünftige Frau, nicht Ihre “Gattin”, nicht Ihre “Gemahlin”, sondern schlicht Ihre “Frau”.

Kaufen Sie anstelle eines elfenbeinfarbenen Hemdes lieber bei Hilditch & Key in London (37, Jermyn Street) ein weißes mit normalem Umlegkragen (am besten den sog. “Cutawaykragen”) Brust und Manschetten und Kragen aus Piquetstoff, das ist so eine Waffelstruktur. Das ist sehr fein. Dieses Hemd sollten Sie vorne ohne eigene Knöpfe wählen, vielmehr an der Vorderseite, soweit sichtbar, nur mit Knopflöchern zum Durchstecken kleiner Hemden-Zierknöpfe, ähnlich Manschettenknöpfen, nur kleiner. Das ist richtig vornehm. Entsprechende Zierknöpfe bekommen Sie in London bei jedem Herrenausstatter. Um die Ecke Jermyn Street gibt es auch ein Knopfgeschäft, wo Sie solche Zierknöpfe fürs Smokinghemd günstig bekommen, wenn Sie nicht echte goldene mit jeweils einem kleinen Gabouchon (ovaler Halbedelstein) versehene erheblich teurer beim Juwelier bestellen wollen.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Hochzeit und grüßen Sie Ihre zukünftige “Frau”!

Herzlichst,

Ihr

Uwe Fenner

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Herr O.O. aus Berlin schrieb:

Betreff: Neue Fragen zum Dresscode

Sehr geehrter Herr Fenner,

erlauben Sie mir bitte drei Fragen, wovon wenigsten die Fragen 1 und 2 auch von allgemeinem Interesse sein könnten:

1. Ich erhalte eine Einladung zu einer Geburtstagsparty im privaten Freundeskreis mit dem Dresscode Hinweis „dunkler Anzug“. Kann oder sollte ich einen Smoking mit Lackschuhen bevorzugen oder doch nur einen dunkelgrauen Businessanzug. Beim Smoking könnte ich vielleicht als overdressed wirken, oder?
2. Ist es grundsätzlich in Ordnung im Business Konfektionsanzüge zu tragen oder raten Sie grundsätzlich zur Maßkonfektion?
3. Als gebürtiger Hamburger habe ich meinen Lieblingsherrenausstatter Staben in Hamburg. Da ich nun aber in der Nähe von Potsdam wohne und in Berlin arbeite stellt sich die Frage nach einem von Ihnen empfohlenen Ausstatter in Potsdam oder Berlin. Können Sie mir da weiterhelfen?

Für die Beantwortung bedanke ich mich schon im Voraus und wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

O.O.

Meine Antwort:

Sehr geehrter Herr O.,

es ist mir eine Freude, Ihnen zu antworten; wie Sie vielleicht wissen, habe ich schon einige Seminare für Ihr Haus gegeben. Vielleicht buchen Sie mich gelegentlich für ein Seminar für Ihre Mannschaft. Das würde mich sehr freuen. Referenzen aus Ihrem Hause gibt Ihnen insbesondere Herr M. J., der mit unterschiedlichen Mitarbeitern schon an zwei meiner Seminare teilgenommen hat.

Doch nun zu Ihrer Frage:

1. Dresscode „Dunkler Anzug“ heißt dunkler Anzug. In diesem Fall läuft der Gast im Smoking Gefahr, der Einzige dort zu sein, der den „kleinen Abendanzug“, den Smoking trägt. Richtig ist bei diesem Dresscode ein dunkelgrauer, dunkelblauer oder schwarzer Businessanzug. Dazu gehören schwarze, wenig oder gar nicht gemusterte Schuhe und ein schwarzer Gürtel mit einer Metallschnalle in der Farbe Ihrer Uhr. Die Anzüge sind ungemustert. Sie können aber auch einen dunkelblauen Nadelstreifen-Anzug anziehen. Dazu bitte keine weiteren Streifen mehr. Einmal Streifen (Anzug oder Hemd oder Krawatte), nicht mehr! Weißes Hemd ist aber immer richtig, natürlich mit Manschettenknöpfen, ebenfalls in der Farbe von Uhr und Gürtelschnalle (Golduhr zu goldfarbener Gürtelschnalle und goldenen Manschettenknöpfe oder Silber/Stahl).

2. Die Frage Konfektionsanzug oder Maßkonfektion oder Maßanzug kann man nicht generell beantworten. Wenn Sie eine Konfektionsfigur haben, liegen Sie mit Konfektionsanzügen manchmal sogar besser als mit handgeschneiderten Maßanzügen. Denn wenn eine große Anzugmarke ein Anzugmodell auf den Markt bringt, hat der beste Zuschneider, den es gibt, dabei mitgewirkt. Der Konfektionsanzug ist deshalb, wenn Sie auf sehr gute Stoffe achten, häufig schmissiger als Anzüge vom Schneider. Deshalb rate ich persönlich Herren, denen Konfektionsanzüge perfekt sitzen, zu diesen. Aber Achtung! Die meisten Herren achten nicht auf den richtigen Sitz im Rücken. Dort muss eine konkave Linie sichtbar werden, sonst lieber hinten etwas enger machen lassen! Manche Maßanzugträger lieben es, einen der Ärmelknöpfe aufzuknöpfen, um den anderen zu zeigen, dass man „made by measurement“ trägt. Denn die Knopflöcher bei Konfektionsanzügen sind keine echten Knopflöcher; sie sind zugenäht. Wieder andere haben gerne hinter dem linken Revers eine Stofflasche und eine Schlaufe darüber, damit ihnen eine Lady eine Nelke oder Rose durchs Reversknopfloch stecken kann, die dann auch in dieser aufrechten Position hält und stehen bleibt. Das geht nur bei Maßanzügen, deren Knopflöcher eben wirklich Knopflöcher sind und bei deren Anfertigung man dem Schneider entsprechende Direktiven geben kann.

3. Gute Herrenausstatter in Berlin sind Mientus und Patrick Hellmann. Bei Patrick Hellmann muss man allerdings besonderes Augenmerk auf die Stoffqualität richten. Manche günstigen Angebote sind sonst nur eine halbe Saison chic. Ein sehr guter Laden ist auch SÖR, eine Filiale von SÖR kennen Sie vielleicht aus Hamburg.

Herzliche Grüße,

Uwe Fenner

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Herr T.W. aus Düsseldorf schrieb:

Sehr geehrter Herr Fenner,

welche eine große Freude, zu später Stunde auf Ihre Internetseite zu stoßen.

Ich lebe zwar ein lustiges Leben, liebe aber die Etikette, frei nach einem meiner Leitsätze: Wer die Regeln kennt, der darf sie auch brechen! (Wenn es mal darum geht, vielleicht doch noch schnell das Weinglas auszutrinken, wenn der Ober schon beim Gegenüber einschenkt. :)

Ich frage mich gerade, ob ein Frackhemd schwarze Knöpfe haben darf, wenn es klassisch mit weißer Weste und weißer Fliege getragen wird. Anlass ist die Einladung nach Zürich auf eine 20er Jahre Party. Da der Gastgeber ein großzügiger wohlhabender Mann ist, den ich im Urlaub kennen gelernt habe und beim zu erwartenden Gästekreis sicherlich jeder einzelner so viel in einem Monat verdient, wie ich in einem Jahr, will ich wenigstens durch korrektes Erscheinen die Einladung honorieren.

Zudem stellt sich mir die Frage, ob Gamaschen oder Lackschuhe (oder beides) angebracht sind.

Ich weiß nicht, ob Sie so einfach als Fragebox fungieren, würde mich aber natürlich über eine kurze Rückmeldung sehr freuen.

Herzliche Grüße aus Düsseldorf, T. W.

Meine Antwort:

Sehr geehrter Herr W.,

herzlichen Glückwunsch zu Ihrer noblen Einladung zur 20er-Jahre-Party in Zürich.
Vor zwei Jahren habe ich die ARD bei den Filmaufnahmen für eine - ich glaube 16-teilige - Fernsehserie unterstützt. „Abenteuer 1920 – Sommerfrische“ war der Titel dieser TV-„Zeitreise“, in welcher eine kleine, kultivierte Berliner Feriengesellschaft ihre Ferienerlebnisse auf einem mecklenburgischen Gutshof darstellte. Die Protagonisten, fünf musisch orientierte „Sommergäste aus Berlin“, und die Gastgeberin, die „Gnädige Frau“ sollten am Anfang ihrer „Zeitreise“ auch in Benimm- und Umgangsfragen auf die Sitten und Gebräuche der Zwanzigerjahre geschult werden. Die ARD hatte mir die Aufgabe übertragen, diese Etikette-Schulung, die auszugsweise im dritten Teil der Serie ausgestrahlt wurde, vorzunehmen. Darauf habe ich mich seinerzeit natürlich auch entsprechend vorbereitet. Insofern glaube ich durchaus, Ihnen die fachliche Auskunft und den entsprechenden „Zwanzigerjahre-Rat“ geben zu können.

Allerdings sollten Sie bei solch einer Party die Einhaltung des Mottos auch nicht zu ernst nehmen. Sie werden sehen, das tun die anderen Gäste auch nicht. Wenn Sie im Frack kommen, dann ist das sicher richtig und auch typisch für einen Gast einer guten Zwanzigerjahre-Party. Tatsächlich trugen die Herren damals häufig zu ihren schwarzen Lackschuhen (besser: schwarzen Lackpumps, ja, wirklich Pumps, wie sie sonst Damen tragen, natürlich ohne Damenschuhe-Absatz, aber sehr wohl mit einer schwarzen Seidenripsschleife vorne drauf!) weiße Gamaschen.

Das Frackhemd (mit Ecken- oder „Kläppchen“-Kragen) besitzt vorne auf der Brust in der Tat keine eigenen Knöpfe (eventuell gibt es den Kragenknopf), sondern Sie stecken durch die vorhandenen Knopflöcher kleine Zierknöpfe, die an der sichtbaren Seite verkleinerten Modellen von Manschettenknöpfen ähneln. Klassisch werden ins Frackhemd Perlen eingeknöpft. Auch kleine Gabouchons, in einen schmalen Goldrand eingefügte Steine, die man früher Halbedelsteine nannte, wie Amethyste, Lapislazuli, Türkise, Rubine, Turmaline und andere, werden gerne als Hemdenknöpfe zum Frack geeignet. Schwarze Knöpfe klingen lustig, und lustig soll ja auch die Party werden. Authentisch sind sie eher nicht. Aber sicher hat sich der eine oder andere Dandy der Zwanzigerjahre sein Frackhemd auch mal mit schwarzen Perlen zugeknöpft!

Viel Spaß auf der Party - und erzählen Sie mir, wie’s war, schicken Sie mir ein Foto!

Herzlichst,

Uwe Fenner

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Bambiverleihung

Dezember 15, 2009

Sehr geehrter Herr Fenner,

bei meiner Recherche kam ich auf Ihre Seite und würde mich freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten. Ich werde meinen Freund an diesem Donnerstag auf die Bambiverleihung begleiten und habe mich für ein klassisches, kurzes, schwarzes Kleid entschieden. Nun teilte er mir gestern mit, dass auf der Einladung “Smoking” steht. Für mich bedeutet das eigentlich, wie ich auch schon auf Ihrer Seite gelesen habe, dass die Frau entscheiden kann, ob Sie ein Cocktail – oder Abendkleid trägt. Und Cocktailkleider sind doch kurz nicht wahr? Ich meine auch, dass ich des Öfteren schon prominente Frauen in “Kurz” auf dem roten Teppich gesehen habe?!

Was denken Sie, was auf dem Bambi erwartet wird? Haben Sie da Erfahrungen?

Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

O. F. aus Berlin

Meine Antwort

Ganz kurz, weil in Eile, verehrte Frau F.,

Sie machen alles richtig, wenn Ihr “Kleines Schwarzes” festlich genug ist. Zur Bambiverleihung - das ist kein Ball - ist ein kurzes Kleid zum Smoking RICHTIGER als ein langes. Tatsächlich ist beides möglich.

Aber in Lang präsentieren sich eigentlich nur Diven und Parvenüs. Sie sind weder das eine, noch das andere.

Herzlichst,

Ihr

Uwe Fenner

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Gutes Benehmen

Dezember 3, 2009

Elisabeth Ornauer fragt in ihrem Lebensfreude-Blog am 7. November 2009:

Was ist gutes Benehmen?

Meine Antwort am 8. November 2009:

Liebe Diskutanten,

was ist gutes Benehmen? Ich glaube:

- Respekt vor den Mitmenschen, und zwar vor JEDEM,
- Rücksicht auf die Mitmenschen,
- Anpassen an die (guten) Gepflogenheiten der jeweiligen Gesellschaft
- die mutmaßlichen Wünsche des Anderen erfüllen.

Und was darf man nicht?

- niemanden durch schlechte Geräusche, üble Gerüche, abstoßende ästhetische Präsentationen, furchterregende Bewegungen und gemeine Worte bepeinlichen.

Sicher ist Benehmen immer relativ. Es findet sichtbar nur statt, wenn ein anderer dabei ist.

Dennoch rate ich ab vom Gammellook und Messer-ablutschen und Gähnen-ohne-Hand-vorm-Mund zuhause. Denn derjenige, für den die guten Gewohnheiten nicht eine Selbstverständlichkeit sind, der sie nicht immer und ohne Ausnahme praktiziert, vergisst auch die Hand vorm Mund auf der Rolltreppe der U-Bahn…

Herzlichst,

Ihr

Uwe Fenner

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„Vitamin B“?

Dezember 1, 2009

In einer der großen Social Communities im Internet mit dem Namen „LinkedIn“ hat der Frankfurter „Social Capitalist“ Torsten Schreiber ein interessantes Thema zur Diskussion gestellt, nämlich die Idee einer „Netzwerk-Elite“.

Torsten Schreiber beschreibt das so:

Neue Gruppe Vitamin B

Liebe Freunde und Unterstützer der Netzwerk-Elite. Gemeinsam mit einigen bekannten Gesichtern haben wir von wenigen Tagen die Gruppe “Vitamin B” hier bei LinkedIn ins Leben gerufen. Die Gruppe ist offen für alle deutschsprachigen Netzwerker auf LinkedIn.

Wir möchten mit diesem Projekt einen unkomplizierten Weg schaffen, die deutsche LinkedIn - Community zu vernetzen. Wir freuen uns daher wenn Sie als aktives Member der Netzwerk-Elite dieser Gruppe beitreten und auch ihr Netzwerk dorthin einladen.

Wer Interesse an einer Zusammenarbeit im Moderatorenteam der künftigen größten deutschen LinkedIn - Gruppe hat, kann mich gerne kontaktieren.

Viele Liebe Grüße

Torsten Schreiber

Hierzu mein Kommentar bei LinkedIn vom 7. November 2009:

Ist der Name “Gruppe Vitamin B” wirklich glücklich gewählt?

Das Herausstellen guter persönlicher Kontakte, die in speziellen Fällen zur Vereinfachung von Geschäften und Handlungen führen können, ist doch eigentlich zumindest dann immer peinlich gewesen, wenn sonst keine Substanz hinter den Handlungen stand. Deswegen wurden die allein auf guten Beziehungen basierenden Vorteile von Menschen, die ansonsten ihre Aufgaben eher mit minderwertiger Qualität lösten, als mit “Vitamin B” hergestellt verunglimpft. Und das geschah wohl auch zu Recht.

Das Anliegen dieser Gruppe verstehe ich anders, wenn ich es denn richtig verstehe?! Sollen sich hier nicht Menschen austauschen, die aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung, durch ihre hohe Intelligenz, durch Ideenreichtum und Arbeitseinsatz große Erfolge erzielt haben, die sie mit ihrer Fähigkeit, andere Menschen zu faszinieren, mit diesen gute Kontakte zu unterhalten, sie an sich zu binden, sich mit ihnen auszutauschen und dadurch ihr Lebensbild zu bereichern, multiplizieren? Sind nicht Aufbau und Pflege von Freundschaften und die gegenseitige Bereicherung durch diese Jahrtausende alte Kultur, die man seit ein paar Jahren Netzwerken oder networking nennt nur die kluge, aber konsequente Ergänzung des eigentlich primären Schaffens jedes Einzelnen?

Ich glaube der gute Rechtsanwalt lebt erst mal von der Qualität seiner fachlichen Arbeit und dann davon, dass er mannigfachen Umgang mit vielen Menschen hat, die ihn loben und von ihm sprechen. Der Dachdecker baut erst mal gute Dächer und überzeugt mit der fachlichen Qualität seiner Arbeit, eher er sich durch kluge und freundliche Information und Kommunikation eines ständig wachsenden Kreises von Freunden, Kunden und Mitgliedern von Vereinen und Clubs, denen er angehört, ein Netzwerk schafft, welches geeignet ist, seinen Wirkungsgrad zu erhöhen.

Netzwerken um des Netzwerken willens? Netzwerken ohne Substanz? Das kann es wohl nicht sein, und das kann auch sicherlich nicht Anliegen dieser Gruppe sein, wenn sie sich als Elite bezeichnet und sich selber ernst nehmen will.

Dann würde ich aber über diesen Namen nachdenken. Er suggeriert: Netzwerken ums Verrecken, egal, was der Mensch sonst noch einzubringen in der Lage ist. Diesen Eindruck wollen wir wahrscheinlich nicht hervorrufen, oder?

Herzlichst,

Ihr

Uwe Fenner

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Herrenhandtaschen

November 26, 2009

Sehr geehrter Herr Fenner,

mit gespannter Erwartung erlaube ich mir, Ihnen meine Anfrage vom Juli 2009, die Sie im nachfolgenden Text finden, nochmals zuzusenden.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie die Zeit für eine entsprechende Antwort finden können.

Mit freundlichen Grüßen,

P.W.

Betreff: Bitte um Hilfe

Sehr geehrter Herr Fenner,

mit Interesse lese ich Ihre Nachrichten, Ihre Homepage und insbesondere Ihr Buch “Erfolgreich mit Stil”.
Bitte helfen Sie mir: Handtaschen sind bei Herren meines Wissens heutzutage völlig deplatziert. Mir ist bislang jedoch noch nicht klar geworden, wie und wo der stilvoll gekleidete Herr die notwendigsten Utensilien wie Autoschlüssel und Hausschlüssel, Kreditkarten und gegebenenfalls auch ein Handy mit sich führen soll. In der Regel hinterlassen diese Gegenstände doch mehr oder weniger starke Abdrücke in den Jackett-Taschen.

Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und danke Ihnen im Voraus dafür.

Mit freundlichen Grüßen,

P.W.

Meine Antwort

Sehr geehrter Herr W.,

auweia, manches bleibt liegen. Ich bitte um Entschuldigung. Man liest es und weiß nicht recht, was man antworten soll, und dann beschließt man,… gar nichts beschließt man. Man lässt es liegen, bis so viele neue Nachrichten kommen, dass man nicht mehr merkt, dass da noch immer eine Nachricht auf Beantwortung wartet.

Nun also meine (reichlich verspätete) Antwort.

Und hierauf kann man nur eine Antwort geben mit dem Hinweis, dass guter Stil und Etikette, Höflichkeit, Manieren und gutes Benehmen immer bestehen in

- Rücksicht auf andere Menschen,
- Respekt vor den Mitmenschen,
- sich selber zurücknehmen
- und die mutmaßlichen Wünsche der anderen erfüllen.

Klopfen wir danach Ihre Frage, wohin mit dem ganzen Taschenzeug ab. Vielleicht hat das schon die Anzugindustrie getan. Die Kleidermacher verweigern den Damen Innentaschen, Außentaschen, Seitentaschen und Hosentaschen in und an ihren Hosenanzügen, Kostümen und Kleidern, weil sie ja schließlich Handtaschen haben. Den Männern gönnen sie:

- am Sakko drei Innentaschen und drei Außentaschen,
- an der Hose zwei Seitentaschen, zwei Gesäßtaschen und häufig vorne rechts noch ein Uhrentäschchen,
- im Mantel je zwei Innen und zwei Seitentaschen,
- und in Konfektionswesten zwei, in maßgeschneiderten vier Westentaschen.

Macht summa summarum 16 bis 19 Taschen - ja, bis zu 19 Taschen haben Sie in Ihren schicken Anzügen und Mänteln, Herr W.! Es gibt gar nicht so viele Gegenstände, die Sie ständig mit sich führen wollen oder müssen, um auch nur je einen Gegenstand in seiner “privaten” Tasche unterzubringen.

Natürlich, Sie müssen ein flaches Handy haben, und auch der Schlüsselbund sollte nicht dick sein, sonst nehmen Sie lieber zwei. Nur eine halbe Packung Tempos in die linke Außentasche vom Jackett und die andere Hälfte, wenn überhaupt nötig, in eine Manteltasche. Fürs Geld nur ein ganz, ganz flaches Portemonnaie, welches in einer Ihrer Gesäßtaschen am sichersten aufgehoben ist, und die Kreditkarten? Legen Sie sich zuhause ein Kästchen in den Flur mit allen Ihren Karten, und stecken Sie immer erst, wenn Sie das Haus verlassen all’ diejenigen Karten ein, die Sie bis heute Abend brauchen. Eine haben Sie immer im Portemonnaie, dann bleiben nur noch zwei oder drei, sie müssen nicht überall Ihre Versichertenkarte und den Mitgliedsausweis für den Förderverein der Staatsoper bei sich haben.

Wenn Sie so handeln, haben Sie überhaupt nur fünf Taschen von 16 bis 19 besetzt, und diese nur mit flachen Gegenständen, die Sie nicht fühlen und andere nicht sehen, auch nicht bei gut und eng sitzenden Anzügen.

So mach jedenfalls ich es, und das ist mein Rat.

Dann erfüllen Sie auch die o.a. Benimmpostulate:

- Sie nehmen Rücksicht auf die Menschen, die Sie anschauen; denn sie bleiben ein schöner Mann!
- Sie erweisen dem ästhetischen Empfinden der Mitmenschen Respekt,
- Sie nehmen sich selber zurück, wenn Sie Ihr dünnes Karten-Brieftäschchen aufschlagen - keine 15 goldenen und Platincards,
- und Sie erfüllen die mutmaßlichen Wünsche Ihrer Umgebung, die Sie gerne OHNE Herrentasche, MIT Ihrem gut sitzenden Anzug und MIT guter Laune, weil Sie sich wohlfühlen, sehen will.

Herzlichst,

Ihr

Uwe Fenner

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Professor Dr. R.S. fragte:

Sehr geehrter Herr Fenner,

wir hatten uns gerade beim VBKI ausgetauscht. Bitte lassen Sie mir doch ein signiertes Exemplar Ihres Buches “Erfolgreich mit Stil - Der Knigge für alle Lebenslagen” per Post an meine u.g. Rechnungsanschrift zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

R. S.

PS: Ich melde mich bei Ihnen, sobald ich Herrn Stauffenberg gesprochen habe.

Prof. Dr. R. S.

Meine Antwort

Sehr geehrter Herr Professor,

das mache ich natürlich nur, wenn Sie mir versprechen, nie wieder von „Herrn“ Stauffenberg zu sprechen *Scherz*! Nach Lektüre meines Werkes machen Sie das sowieso nicht mehr.

Aber wenn wir gerade dabei sind, sage ich Ihnen mal dazu Genaueres: Mit mir, einem relativ Fremden, sprechen Sie über den Grafen Stauffenberg von „Graf Stauffenberg“. Wenn wir länger über ihn sprechen, sagen Sie beispielsweise auch, „Stauffenberg ist ein seriöser Mann“,
„Stauffenberg ist ein guter Freund von mir“, nie „von Stauffenberg ist…“. Vielmehr auch, wenn er beispielsweise Albert heißt, „Albert Stauffenberg besitzt sehr gut gelegene Immobilien“, aber auch, „ich kenne den Grafen schon seit 20 Jahren“. Im Kreise enger Freunde, z.B. auf einer Party, auf welcher viele ihn kennen, fragen Sie z.B. die Gastgeberin, „ist Albert Stauffenberg noch nicht da?“

Wenn Sie ihn nicht duzen, reden und schreiben Sie ihn an mit „Graf Stauffenberg“, „lieber Graf Stauffenberg“ oder „sehr geehrter Graf Stauffenberg“, während im Adressfeld des Briefes steht:

„Graf Albert von Stauffenberg“ oder „Albert Graf von Stauffenberg“,
niemals etwa „Herrn Albert….“.

Leicht zu merken: Titulierte Adlige sind keine Herren, sondern eben Grafen, Fürsten, Prinzen etc. Sie werden niemals mit „Herr“ oder „Herrn“ und ihre Frauen nie mit „Frau“ tituliert oder angeschrieben.

Dem einfach adligen Herrn von Kleist dagegen schreiben Sie einen Brief

„Herrn
Heinrich von Kleist

Lieber Herr von Kleist“

Eine Zwitterstellung besitzen Freiherren:

Adressfeld:
Freiherrn
Werner v. Tritsch

(niemals „Herrn Freiherr oder so etwas)

Anrede: „Sehr geehrter Herr v. Tritsch“ oder „sehr geehrter Baron Tritsch“. Freiherr und Baron sind die gleiche Adelshierarchie. Der niedrigste titulierte Adel. Deswegen redete man früher durchweg den Freiherrn mit „Baron“ an. Das ist heute eher eine Anrede, die den Betreffenden besonders ehren soll.

Auch über den mit Ihnen befreundeten Freiherrn v. Tritsch werden Sie (wie oben beim Grafen) im jovialen Ton durchaus sagen: „Ich war neulich mit Tritsch auf der Jagd“ oder „Werner Tritsch ist ein begnadeter Schütze“.

Nur der Chauffeur sagt, „Guten Morgen Herr Graf“. Wie sagen Sie zu der Ehefrau oder zu sonst irgendeiner Gräfin von Waldegg oder Prinzessin von Kneuß?:

„Guten Morgen, Gräfin“ - „Sehr verehrte, liebe Prinzessin!“. Sie sprechen nicht den eigentlichen Familiennamen aus.

Übrigens, das „von“ wird offiziell nur beim titulierten Adel durch „v.“ abgekürzt. Um einfache Adlige zu ehren, kürzt man bei „Herrn v. Kleist“ natürlich absichtlich unvorschriftsmäßig das „von“ mit „v.“ ab. Das sind die Feinheiten!

Das war eine kleine Adels-Anrede-und-über-Adlige-Sprech-Schule als Dank für Ihre Kontaktanbahnung zum Grafen Stauffenberg.

Mein Buch kriegen Sie mit Signierung und mit dem größten Vergnügen. Es hat mir große Freude gemacht, Sie kennen zu lernen. Bitte fassen Sie das oben Gesagte nicht als Oberlehrerhaftigkeit auf. Es macht doch Spaß, im Umgang mit anderen auf lässige Art richtig zu liegen, oder?

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr

Uwe Fenner
Institut für Stil & Etikette

Nachfrage:

Lieber Herr Fenner,

vielen Dank für Ihre ausführliche Mail. Deswegen habe ich ja Ihr Buch, auf das ich mich schon freue, bestellt. Trotzdem eine kurze Nachfrage: In Deutschland ist ja m.E. der Adelsstand, anders als z.B. in meiner Heimat Spanien – wir sind noch eine Monarchie – mit dem Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreiches abgeschafft worden. Adelstitel sind ja seither keine Titel mehr, sondern Namensbestandteile, auch mit der Folge, dass z.B. alle Kinder eines Grafen auch den Grafen im Namen führen, etc. In Spanien wurde und wird ja der Adelstitel vererbt wie ein reales Recht, so dass z.B. die Kinder eines Grafen nicht alle Graf werden, sondern nur derjenige, der den Titel selbst erhält. Wieso spielt dieser Umstand in der Anredeform in Deutschland keine Rolle? Und wieso wird der Namensbestandteil wie ein Titel verwendet?

Mit herzlichen Grüßen

R. S.

Meine Zusatzantwort:

Lieber Herr Professor,

in Deutschland herrscht ein bisschen ein Durcheinander von Namensbestandteil und Titel. So heißt die Tochter des Grafen v. Arnim beispielsweise inkonsequenter- aber nachvollziehbarerweise nicht Frau Beate Graf v. Arnim, sie heißt auch nicht (mehr) Comtesse Beate v. Arnim, sondern sie heißt Beate Gräfin v. Arnim.

Der Adelshinweis im Namen ist zwar rechtlich Namensbestandteil geworden. Aber ebenso wie man unterscheidet zwischen Legitimität (was man gesetzlich darf) und Moralität (was man nach dem Gewissen darf), so unterscheidet man beim Adel eben auch zwischen gesetzlicher Gleichheit und höflicher (gesellschaftlicher) Achtung.

Alles, was ich in meiner letzten Mail gesagt habe, ist höfliche Achtung und (durchaus bürgerlicher) Respekt vor Mitmenschen, denen früher auch gesetzliche Privilegien zuerkannt wurden.

Deswegen ist das vorher Gesagte auch keineswegs als gesetzliche Vorschrift aufzufassen. Das gilt allerdings auch für die Benimmfrage, dass der Herr beim Aufstehen und im Stehen und im Gehen das Jackett geschlossen trägt. Auch dazu verpflichtet ihn der Gesetzgeber nicht.

Heute ist es ja sehr modern, sich auf das zu berufen, was gesetzlich geregelt ist: „Das ist legitim“, hört man allenthalben Politiker sagen, wenn sie etwas gesagt oder getan haben, was rechtlich erlaubt, aber oft moralisch an der Grenze war. Das galt früher als furchtbar ordinär. Die feine Gesellschaft hatte ihre eigenen Regeln. Diese waren - was Manieren und Höflichkeit betrifft - viel strenger. Der Franzose fasst die Höflichkeitsregeln mit dem einzigen Begriff „après vous“ zusammen. Was den Umgang mit der Öffentlichkeit, der Allgemeinheit betrifft, waren diese Regeln von mehr Eigenverantwortung und weniger Respekt vor dem Gebilde Staat gekennzeichnet.

Sich gegenseitig tot zu schießen, war auch früher ein Gesetzesbruch, der staatlich sanktioniert wurde. Aber der (siegreiche) Duellant war gesellschaftlich natürlich geradezu ein Ehrenmann, ein Held. Der dumme Staat berücksichtigte das immerhin mit vergleichsweise symbolischer Strafe für diesen vorsätzlichen, aber eingewilligten Mord.

Auch uns geht es heute noch so im täglichen Leben: Der völlig unbekannten Kassiererin an der Supermarkt-Kasse geben wir das versehentlich zuviel herausgegebene Wechselgeld zurück. Das ist Ehrensache. Dem (staatlichen) Finanzamt reichen wir auch schon mal eine Blumenstraußrechnung ein, für ein Bouquet, welches nie im Büro stand. Und wenn kein Auto kommt, gehe ich ohne jedes schlechte Gewissen, ja fast mit einem gewissen Triumph der Überlegenheit des Menschen über die dumme Maschine über die rote Ampel.

So ist das auch bei der Handhabung von Adelspersonen, die rechtlich freilich nur noch Bürgerpersonen sind, die einen Namen tragen, dem man anmerkt, dass sie einst Privilegierte waren. Rechtlich sind sie gleich zu behandeln. Der Respekt, den jeder Mensch jedem anderen gegenüber zeigt, „verpflichtet“ zur Sonderbehandlung.

Mein Buch geht in den nächsten Tagen an Sie raus! Vielen Dank für Ihre Bestellung.

Herzliche Grüße,

Uwe Fenner

Institut für Stil & Etikette
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Sehr geehrter Herr Fenner,

es ist wieder soweit und es wird kälter. Bisher trug ich zu der kalten Jahreszeit eine Jacke. Jedoch schon letztes Jahr wollte ich gerne einen Mantel tragen. Nun habe ich mich entschlossen, dass ich gerne einen Mantel besitzen würde. Konkret geht es um einen Crombie Coat (schwarz, etwa knielang).

Ich habe einige Ihrer Blog-Einträge gelesen und denke, dass Sie eher Rat für Business-Leute und für Leute die festliche Anlässe besuchen parat haben. Darum werde ich ein bisschen weiter ausholen.

Ich habe schon viel zu Mänteln im Internet gesucht (Bilder, Angebote, etc.) und meistens sah man eher Geschäftsleute mit einem Mantel, darunter ein Anzug. Ich bin aber eher ein einfacher Angestellter bzw. sogar noch Auszubildender. Ich (19) mache eine Ausbildung zum
Polymechaniker und bin daher in der Maschinenindustrie tätig. Ich bin morgens sowie nachmittags lediglich je 15 Minuten mit dem ÖV unterwegs, also lohnt es sich nicht wirklich, meinen Anzug aus dem Schrank zu nehmen. Zudem besitze ich eben auch nur diesen, ein Hemd und zwei verschiedene Krawatten (Randnotiz: schwarzes Sakko und schwarze Hose, rotes langarmiges Hemd und schwarze Krawatten mit Muster). Da man ja nicht immer die gleiche Kleidung trägt, könnte ich auch nicht Woche für Woche den gleichen Anzug tragen. Ich wäre gewillt, mir weitere Anzüge zu kaufen, jedoch vermag ich im Moment eine solche Anschaffung nicht zu tätigen. Außerdem habe ich keine passenden Schuhe.

Da ich seit einigen Jahren in der Metal-Szene bin, sieht mein Kleiderschrank auch so aus:

* etliche Band-T-Shirts (meist nur Logo-Schriftzug der Band, aber auch solche mit Motiv; schwarz)

* vier Polo-Shirts; zwei schwarz, orange und weiß

* ein Band-Kapuzenpullover sowie ein unbedruckter Kapuzenpullover; beide schwarz

* zwei Band-Zip-Hoodies; schwarz

* fünf paar Jeans; vier schwarz, zwei davon ausgeblichen, eine hellblau

* zwei Army-Hosen; schwarz

Nun ist mein Problem folgendes: Ist ein Mantel mit solchen Kleidungsstücken kombinierbar oder ist das ein absolutes no-go? Zudem trage ich auf dem Arbeitsweg noch einen Rucksack bei mir. Wäre es angebracht, hier auch auf eine Alternative wie eine Umhängetasche zu wechseln? Oder ist ein Rucksack in Verbindung mit einem Mantel kein Problem? Abends an den Wochenenden gedenke ich immer wieder mal für den Ausgang den Anzug anzuziehen. Der Mantel würde dazu dann auf jeden Fall passen.

Ich möchte einfach nicht wie der größte Idiot aussehen. Daher brauche ich Ihren Rat. Ich wäre auch bereit, meinen Kleiderschrank “aufzurüsten”, nicht nur deswegen, sondern weil mir die Band-Klamotten langsam auch auf den Keks gehen und ich nicht ständig diese tragen möchte. Polo-Shirts oder Hemden gefallen mir eigentlich auch sehr gut. Können Sie mir dies bezüglich den einen oder anderen Rat geben?

Zudem würde ich auch gerne einen (oder mehrere) Tipps zu Schuhen passend zum Anzug haben! Und in absehbarer Zeit möchte ich meinen Kleiderschrank auch um ein paar Hemden und auch einen Anzug aufstocken. Ich hörte blau, rosé und weiß seien die gängigsten Hemdenfarben. Muss man bei der Hemdfarbe auch auf die Krawattenfarbe achten? Was für eine Farbe sollte der zweite Anzug haben, wenn der erste schon schwarz ist (ein Smoking oder ein Frack sind mir übrigens schon zu festlich)?

Ich würde mich riesig über eine Antwort Ihrerseits freuen.

Mit freundlichem Gruß

B. S.

Meine Antwort:

Lieber B. S.,

auweia, da geben Sie mir aber Aufgaben! Und dann schreiben Sie noch nicht einmal - wie es sich natürlich gehört - Ihre Adresse drunter. Sonst würde ich Sie vielleicht mal zu einem meiner Seminare bitten, wo Sie all Ihre Fragen beantwortet bekommen.

So schicke ich Ihnen meine Präsentation Dresscode Herren, der Sie alle Antworten entnehmen können. Vielleicht noch dies zur Ergänzung:

1. Zum ordentlichen Mantel tragen Sie lieber eine Umhänge- oder eine Reisetasche oder einen Aktenkoffer.
2. Zu Jeans nehmen Sie nur in Ausnahmefällen (nur wenn es bitterkalt ist und Sie spazieren gehen) Ihren neuen Crombie Coat.
3. Kaufen Sie sich zu den Jeans besser einen (z.B. schicken schwarzen) Blouson oder eine Lederjacke oder eine Dreivierteljacke, diese Kleidungsstücke passen besser zu Jeans als ein eleganter Crombie-Coat, der eher zum feinen Business-Anzug richtig ist.
4. In Ihrem (jugendlichen) Alter können Sie sehr gut Jeans mit einem Jackett kombinieren. Ich würde mir an Ihrer Stelle vorläufig keinen zweiten Anzug kaufen, sondern eher ein sportlich-elegantes (Tweed-) Jackett, das Sie mit allen Ihren Jeanshosen zu einer lässig-schicken Kombination machen, zu welcher Sie sehr gut neben Ihren Hemden auch Ihre Polos kombinieren können und die Sie zu fast allen (besseren) Freizeitaktivitäten, zum Besuch bei den Eltern Ihrer Freundin und auch auf Ihrem Weg zur Arbeit tragen können.
5. Wenn Sie dann noch ein Outfit für den eleganten abendlichen Bar- oder Clubbesuch brauchen, kombinieren Sie Ihre (nicht weiten) Blue-jeans (möglichst dunkelblaue) mit einem klassischen blauen Blazer (dunkelblaues Jackett, meist mit silbernen oder goldenen Knöpfen, früher nannte man das „Clubjacke“).
6. Ihre Kleidungsstücke mit Band-Aufdruck tragen Sie zu unwichtigen Gelegenheiten und zuhause auf!

Und jetzt schauen Sie sich bitte noch meine Herren-Dresscode-Präsentation an, dann wissen Sie (fast) alles.

Herzlichst,

Ihr

Uwe Fenner

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