Vor-Weihnachten stilvoll

November 8, 2005

Nun sieht man auf den Haupt-Einkaufsstraßen in den Innenstädten die Elektriker wieder, wie alljährlich um diese Zeit, auf Hubwagen und Hebebühnen stehen und eine Glitzer-Beleuchtung über den Straßen und in den Bäumen montieren, die dem Publikum ein weihnachtliches Gefühl vermitteln bzw. verstärken und die Impulse zum Weihnachtseinkauf auslösen sollen.

Wenn ich die letzten 50 Jahre vorweihnachtliche Straßendekorationen Revue passieren lasse und mich an die unterschiedlichen Arten dieser Weihnachtsstimmungsimpulsgeber zurückerinnere, dann kann ich eine erfreuliche Veränderung des Stils erkennen. Vorbei ist es mit den Stahlgerüsten, an welchen nackte Glühbirnen ein kitschiges Weihnachts- oder auch nur Wintermotiv grell in den Straßenhimmel zeichneten. Am Kurfürstendamm werden bald wieder die bizarren winterkahlen Bäume vom fein verästelten Lichterglanz blühen und Unter den Linden verfolgen bizarre Lichtschläuche die Haupt- und Nebenstämme der Linden über die Abzweigungen in die Spitzen und verwandeln die Bäume in leuchtende Eiskunstwerke.

Das hat wirklich alles sehr viel Stil. Bester Geschmack jedenfalls auf diesen beiden Prunkstraßen in Berlin.

Und wie man’s zu Hause zu Weihnachten stilvoll machen kann, erlebten die ca. 400 Gäste, die Giesela von Schenk und Frank Stüve, die Betreiber der prunkvollen Villa Harteneck, in der Douglasstraße in Berlins Nobelgegend Grunewald, eingeladen hatten. Wer noch nicht dort war: Die Villa Harteneck ist weder ein Blumenladen, noch ein Möbelhaus. Sie ist ein Gesamtkunstwerk, eine Inszenierung des guten Geschmacks, wo man alles an Dekoration und Einrichtung, was richtig schön („echt schön“!) ist, kaufen kann.

Weihnachtsbäume - so üppig mit glänzenden Schuppenkugeln in den schönsten Farben und mit buntem Schmuck behangen, dass man kaum noch Tannengrün sehen kann, Träume von Girlanden, Kerzenlaternen, Rauschgoldschmeicheleien. Guter Geschmack, gutes Publikum, gute Gespräche, heiteres Plaudern. Baron Hammerstein-Loxten und Gabriele Leffers, Tobi Schöne aus der Anwaltssozietät des Vorsitzenden des Fördervereins der Neuen Nationalgalerie, Peter Rauhe, der als Kulturstaatsminister im Gespräch ist, Peter Würtenberger von Axel Springer, die Kunstberaterin Renate Siebenhaar, extra aus Frankfurt am Main angereist (sie wurde allerdings schon auf dem vorhergehenden Event des Kölner Galeristen Lemperts im neu eingerichteten Stadtmuseum im Nicolaiviertel gesichtet), der Werber Nico Ehlert mit seiner schönen Freundin Anna-Luisa Thomas, ein Paar, nach welchem sich jeder Mensch, der Geschmack besitzt, umdreht, Irene von Trotha, Ulf Leimbach, der Bel-Etage-Gastgeber, der Modefriseur Shan Rahimkhan, der am 16. November am Gendarmenmarkt seinen Prominenten-Salon eröffnen wird, Seriensternchen, Männer, die Hut und Mütze aufbehielten, wohl um für einen Künstler gehalten zu werden (oder waren sie welche?), Damen in Jeans, im Cocktailkleid, eine sogar schulterfrei, wie in einem Hollywood-Weihnachtsfilm der 50er Jahre, so wie ja auch die Einladung gestaltet war.

Alles in Allem: 5 Stil-Sterne, bester Geschmack, bestes Publikum, sehr ordentlicher Wein und umwerfende Präsentation. Man vergisst fast, dass Giesela v. Schenk und Frank Stüve das alles verkaufen wollen.


Mein nächster Stil-Salon findet übrigens am 3. Advent
(11.Dezember) in diesem Weihnachts-Elysium, in der Villa Harteneck, statt.

Herzlichst, Ihr Uwe Fenner
www.institut-fuer-stil-und-etikette.de